„Wir verstehen uns als Innovationsführer im Bereich Luftfracht“

Im Interview auf der neuen Website innoFRAtor.com erklären die Fraport-Manager Felix Kreutel und Dirk Schusdziara, warum Innovationen für die Zukunft von Europas größtem Frachtflughafen und die gesamte Air Cargo-Branche wichtig sind. Vom 1. Oktober 2017 an übernimmt Kreutel die Leitung des Bereichs Frachtentwicklung und Frachtmanagement von Dirk Schusdziara, der nach zwei erfolgreichen Jahren als Frachtchef künftig die wirtschaftliche Steuerung im Bereich Flugbetriebs- und Terminalmanagement bei Fraport verantwortet.

Herr Schusdziara, Herr Kreutel, beim zweiten „Frankfurt Air Cargo Innovation Lab“ am 26. und 27. September 2017 bringen Sie wieder wichtige Player der Air Cargo-Branche in Frankfurt zusammen. Welche Erwartungen haben Sie an die diesjährige Veranstaltung nach der gelungenen Premiere in 2016?

Dirk Schusdziara: Nach dem Erfolg der letztjährigen Veranstaltung wollen wir im September erneut die Branche zusammenbringen. Dazu freuen wir uns auf spannende Speaker und interaktionsfreudige Teilnehmer. Dieses Jahr haben wir die Newcomer im Markt eingeladen, um deren Konzepte und Ideen genauer kennenzulernen und zu erörtern, wie wir von dieser Innovationskraft profitieren können. Ein weiterer Fokus liegt auf Plattform-Lösungen und deren Einfluss auf tradierte Geschäftsmodelle.

Felix Kreutel: Generell ist es uns aber auch wichtig, dass es neben den Präsentationen viel Raum für Gespräche und Diskussion gibt. Außerdem werden wir natürlich wieder einige der neuesten Technologien direkt vor Ort zum Ausprobieren haben.

Neue Technologien erfordern neue Geschäftsmodelle: Dirk Schusdziara beim Frankfurt Air Cargo Innovation Lab 2016.

Big Data und IT-Sicherheit, 3-D-Druck und kollaborative Roboter – in Transport und Logistik gibt es viele neue Trends und Technologien. Welche sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Treiber?

Felix Kreutel: Die von Ihnen genannten Trends und Technologien verändern unser Geschäft, aber der physische Transport der Waren bleibt erhalten. IT-Sicherheit ist allgemein ein riesiges Thema, hier muss die Branche noch deutlich stärker investieren. Aber sonst ist es schwierig, einen Trend besonders hervorzuheben, da die Technologien jeweils bei anderen Aspekten in der Transportkette ansetzen. Gemein ist aber allen, dass sie dazu beitragen, Ressourcen besser und insbesondere nachhaltiger zu nutzen und damit die Supply Chain schneller und produktiver zu machen. Davon profitieren wir branchenübergreifend.

Dirk Schusdziara: Die Digitalisierung bietet uns die Möglichkeit, unsere Warenströme wesentlich effizienter zwischen den Marktteilnehmern abzustimmen. Hier gilt es, mit der nötigen Sensibilität mit den beteiligten Parteien über den Austausch von Datenströmen zu sprechen. Neue Technologien verlangen dementsprechend auch neue Wege der Zusammenarbeit entlang der Transportkette. Aus genau diesem Grund bauen wir am Standort stark auf Kollaboration und unterstützen aktiv unsere Air Cargo Community Frankfurt. Hier haben sich verschiedene Akteure am Standort zusammengeschlossen und arbeiten gemeinsam an verschiedenen Projekten zu weiteren Prozessverbesserungen. Außerdem haben wir in den letzten Jahren verschiedene Formate aufgesetzt, um einen noch engeren Austausch mit unseren Kunden zu pflegen. So organisieren wir, um ein paar Beispiele zu nennen, einen jährlichen Nutzerausschuss und verschiedene weitere Kunden-Workshops.

2016 wurde am Frankfurter Flughafen ein Cargo-Volumen von rund 2,2 Millionen Tonnen umgeschlagen. Wie innovativ ist Fraport bereits bei der Frachtabfertigung und welche weiteren Projekte planen Sie für die Zukunft?

Dirk Schusdziara: Wir verstehen uns als Innovationsführer im Bereich Luftfracht. Der Frankfurter Flughafen ist weltweit führend, was die Digitalisierung und Automatisierung von Luftfrachtprozessen angeht. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unseren Kunden mittels neuester Technologien noch effizientere Prozesse und damit einen höherwertigen Service anzubieten. So sind wir momentan beispielsweise dabei, die Versender und die EU-Grenzkontrollstellen an unser Cargo Community System Fair@Link anzubinden. Damit werden die Abläufe in unseren CargoCities zusätzlich vereinfacht und beschleunigt.

Felix Kreutel: Dieses Ziel erhoffen wir uns auch von den Projekten, die in den kommenden Monaten anlaufen sollen. So stehen die Einführung eines digitalen Besucheranmeldesystems und der Aufbau einer Fahrerdatenbank für Lkw-Fuhrunternehmen auf unserer Agenda.

Felix Kreutel treibt Innovationen am Frankfurter Flughafen voran.

Über Innovationsthemen rund um die Luftfracht informieren Sie jetzt auch regelmäßig auf der neuen Website www.innoFRAtor.com. Was ist der Hintergrund?

Dirk Schusdziara: Wir wollen Vordenker und Wegbereiter der Branche sein, sind uns aber auch bewusst, dass sich neue Ideen nur im Austausch entwickeln und dann auch der Mut aufgebracht werden muss, diese umzusetzen. Deshalb haben wir letztes Jahr das erste Frankfurt Air Cargo Innovation Lab aufgesetzt. Von der positiven Resonanz waren wir selbst überrascht.

Felix Kreutel: Mit unserer neuen Seite wollen wir der Frachtcommunity ganzjährig eine Plattform bieten, um sich über aktuelle Trends zu informieren, sich untereinander auszutauschen und damit auch aktiv Themen treiben. Wir möchten die Zukunft der Luftfrachttransportkette maßgeblich mitgestalten und unseren Kunden so einen Standort bieten, der auch weiterhin alle Anforderungen an einen effizienten Cargo-Hub erfüllt.

An wen richtet sich die Innovations-Website und welchen Mehrwert soll sie den Besuchern bieten?

Felix Kreutel: Mit unserer Seite sprechen wir im Speziellen alle Unternehmen an, die Berührungspunkte mit der Luftfracht haben, wollen aber auch der gesamten Logistikwelt eine Anlaufstelle bieten. InnoFRAtor.com wird verschiedene Themen aus unterschiedlichen Bereichen und auch Industrien aufnehmen. Natürlich stellen wir innovative Projekte bei Fraport, der Air Cargo Community Frankfurt und unseren Standortpartnern vor, es sollen aber auch zukunftsweisende Beispiele aus anderen Branchen beleuchtet werden. Ein Blick über den Tellerrand erweist sich oft als nützlich, um neue kreative Lösungen für zukünftige Herausforderungen zu generieren.

Dirk Schusdziara: Auch wenn ich mich bald neuen Aufgaben widme, freue ich mich, hier immer mal wieder reinzuschauen, um die aktuellen Trends und Entwicklungen in der Logistik-Welt zu verfolgen.

Die Fragen stellte Benjamin Klare
Fotos: Fraport (2), Tim Wegner

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