Unmanned Life:

Flügel für das Internet der Dinge

Autonomie für Drohnen, Fahrzeuge und Roboter, das Internet der Dinge, dazu der neue Mobilfunk-Netzstandard 5G: Das ist die Welt, in die sich das bereits mehrfach für seine Innovationen ausgezeichnete Start-up Unmanned Life mit Hauptsitz in London aufmacht.

Autonome Lösungen auch für die Luftfrachtindustrie

Neue Technologien, die auf Autonomie basieren, werden immer  ausgereifter und bringen eine bisher unbekannte Flexibilität, deutlich gesteigerte Kapazitäten und eine höhere Flexibilität in die gesamte Logistikbranche – und das zu deutlich geringeren Kosten im Vergleich zu herkömmlicher Anlagentechnik. Das Potenzial für den Einsatz von autonomen und mobilen Robotern in der Luftfrachtindustrie, zum Beispiel für die Sortierung von Postsäcken, ist beträchtlich. Bestehende, feste Strukturen wie Transportbänder können durch modulare, bedarfsgerechte und flexible Lösungen ersetzt werden, die eine schnelle und kosteneffiziente Automatisierung ermöglichen.

Die Akzeptanz von autonomen Robotern als Game Changer zur Effizienzsteigerung wächst rasant. Dieser Markt soll nach Recherchen von Nicholas Zylberglajt, Mitgründer und COO von Unmanned Life, zwischen 2017 und 2024 jährlich voraussichtlich um durchschnittlich über 14 Prozent wachsen und im Prognosezeitraum auf mehr als 115.400 Roboter zulegen. Allein im Lagerbetrieb wird bis 2024 mit 51.140 Einheiten gerechnet.

So ermöglicht es die Autonomy-as-a-Service-Plattform von Unmanned Life einer Flotte von autonomen Robotern, ein Sortierzentrum zu betreiben. Die Roboter umfahren dabei auf intelligente Weise Hindernisse und vermeiden Kollisionen mit anderen Robotern, befördern Pakete oder Gepäckstücke von unsortierten Eingangs- in sortierte Ausgangsstationen und decken so eine komplette und skalierbare Lösung für ein Sortierzentrum ab. Erste Kalkulationen hätten nach Angaben von Zylberglajt gezeigt, dass eine flexible und modulare Automatisierung, wie sie Unmanned Life realisiert, Investitionskosten erheblich reduziert, die Implementierungszeit verkürzt und somit den Return on Investment dieser Technologie drastisch erhöht.

Mit seiner Autonomy-as-a-Service-Architektur ermöglicht das 2015 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben erstmals den Einsatz einer ganzen Flotte von selbstständig agierenden Drohnen, die in der Lage sind, gleichzeitig eine Vielzahl von unterschiedlichsten komplexen Funktionen auszuführen. Benutzer können so mit der Hilfe von Unmanned Life ihre autonomen Flotten über eine einzige Oberfläche on-demand und kostengünstig betreiben und verwalten. Hört sich komplex an – und ist es auch. „Wir fassen autonome Branchenlösungen mit Business-Informationssystemen auf unserer Plattform zusammen. Unsere Kunden können damit beispielsweise Drohnen in Gebäuden oder im Freien, mit oder ohne GPS, über Wi-Fi, die Mobilfunkstandards 4G LTE oder 5G steuern“, berichtet Nicholas Zylberglajt. „Damit helfen wir Unternehmen mit wenig Erfahrung, völlig autonome Drohnenschwärme oder auch Fahrzeugflotten einzusetzen, wozu sie sonst nicht in der Lage wären.“

Unmanned Life vereint alle Autonomie-Lösungen in einem einzigen System

Der COO verweist dabei auf das Internet der Dinge (IoT) als Einsatzzweck. Hierbei bieten sich Drohnen für den Transport aus Webshops, für Telefonbestellungen im Einzelhandel oder für die Lieferung von Speisen und Getränken aus Restaurants an, denn: „Autonome Post- und Versandsysteme können die Transportzeiten dramatisch beschleunigen und gleichzeitig gefährliche Arbeiten, beispielsweise in der Industrie, bei denen es häufig zu Verletzungen kommt, reduzieren.“ Die Drohnen-Idee ist zwar nicht neu, aber der Ansatz von Unmanned Life äußerst innovativ: Die Plattform vereint mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) eine Vielzahl von Autonomie-Lösungen in einem einzigen integrierten System, und das in Echtzeit und ohne, dass Piloten oder menschliche Eingriffe erforderlich sind. „Die KI sorgt für die Grundlagen, die für einen autonomen Betrieb erforderlich sind“, erklärt Zylberglajt. „Sie reichen von der Auswertung der dreidimensionalen Kartierung für die Navigation bis hin zur exakten Steuerung, indem die KI innovative Sensorfunktionen zur Kollisionsvermeidung und Personenerkennung einsetzt.“ Die Plattform steuert dabei nicht nur die Drohnen oder Fahrzeuge selbst, sondern ist auch in der Lage, verschiedene anwendungsspezifische Lösungen umzusetzen, wie beispielsweise Greifer anzusteuern.

Erfolgreiche Premiere: In der Londoner City demonstrierten British Telecom, Verizon, das King’s College, Ericsson und Unmanned Life gemeinsam die autonome Steuerung einer Drohnenflotte. Die Fluggeräte wurden von Verizon aus den USA gestartet und dann in einem 5G-Netzwerkabschnitt von BT übernommen.

Nicholas Zylberglajt, Mitgründer und COO von Unmanned Life

Ende Februar 2018 zeigte Unmanned Life während einer Livedemo in London, dass die komplexe Theorie tatsächlich schon in der Praxis funktioniert: Gemeinsam mit den Telekommunikationskonzernen British Telecom aus Großbritannien und Verizon aus den USA, dem schwedischen Technologieunternehmen Ericsson und dem King´s College London hat das Start-up demonstriert, wie seine Plattform die Steuerung von Drohnen auch über eine transatlantische 5G-Verbindung von zwei Kontinenten aus ermöglicht – „das war eine echte Weltpremiere“, sagt Zylberglajt. Die Partnerfirmen simulierten, wie Notfallteams aus verschiedenen Ländern ihre Drohnenflotten in einem abgelegenen Katastrophengebiet sofort einsetzen und steuern können. Dazu brachten sie Notfallkoffer und Rettungsgeräte in schwer zugängliche Gebiete und führten Suchmissionen mit Hilfe einer HD-Bilderfassung durch.

„Diese Livedemo hat hoffentlich dazu beigetragen, die Zukunft des IoT mit Hilfe des neuen Mobilfunkstandards 5G kräftig voranzutreiben“, so Zylberglajt. „Wir haben gezeigt, dass Endanwender, Unternehmenskunden, Mobilfunkbetreiber und IoT-Plattformanbieter neue Geschäftsmodelle mit 5G generieren und so eine zügige Monetarisierung der hohen Investitionen erwarten können.“ Auch wenn noch viele Herausforderungen zu meistern seien, ist Zylberglajt überzeugt: „Die neuen autonomen Anwendungsfälle stellen hohe und unterschiedlichste Anforderungen an die Funktion der 5G-Netzwerke. Nur diese Netze jedoch werden in der Lage sein, künftige IoT-Dienste zuverlässig und sicher abzuwickeln.“

Das Start-Up

„Unmanned Life“ ist der Markenname von Unmanned Systems Ltd, einem europäischen Unternehmen, das seit 2015 in Großbritannien ansässig ist. Der Hauptsitz befindet sich in London, das Forschungslabor in Brüssel und das US-Büro sitzt in San Francisco. Das Start-up unterhält zudem Repräsentanzen in Paris und Mumbai.

www.unmanned.life

„UK National Technology Award 2018“

Anfang des Jahres 2018 wurde Unmanned Life bei den National Technology Awards von FS Tech, einer großen britischen Technologiezeitschrift, als „Best Transport Technology of the Year“ ausgezeichnet. Die Jury aus Investoren, Journalisten und Technologieexperten honorierte damit den Stand der Technologieentwicklung des jungen Unternehmens. Sie bezog sich bei der Preisverleihung vor allem auf die Autonomy-as-a-Service-Lösung. Sie sei „ein Baustein auch für größere Unternehmen, die sich zwar neue autonome Technologien aneignen wollen, dabei aber noch sehr zögerlich sind“.

„Disruptive Innovation Award 2017“

Die Deep Tech Industry Alliance aus Großbritannien, ein Zusammenschluss wichtiger Akteure aus den Feldern Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge und Big Data, hat Ende Januar 2018 Unmanned Life den Preis „UK‘s Best Disruptive Innovation of 2017“ verliehen. Mit dem Award werden die wichtigsten digitalen Innovationen des Jahres, Menschen und Unternehmen aus ganz Großbritannien und Irland ausgezeichnet. Ihn erhalten nur Unternehmen, die durch ihre Innovation auch einen signifikanten Geschäftserfolg nachweisen können. Der Preis wurde von Rory Cellan-Jones, dem Technologie-Korrespondenten der BBC, überreicht.

„Best Start-up Innovation of the Year 2017”

Diese Auszeichnung erhielt Unmanned Life auf der Messe Post-Expo 2017 in der Schweiz. Sie wurde von der Postal Innovation Platform, einer Organisation des Weltpostvereins der Vereinten Nationen, für die Lösung dringender logistischer Anforderungen im E-Commerce verliehen. Die Jury setzte sich aus Top-Playern der Post- und Logistikwelt zusammen, darunter der Präsident der Postea-Gruppe Elmar Toime, Mitglied des Aufsichtsrates von DHL; Dieter Bambauer, Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Post und Leiter PostLogistics; Nick Pendleton, Director of Strategy & Innovation der Royal Mail Group und CEO Hugues Hansen von Start‘inPost, dem Start-up-Beschleuniger der französischen La Poste.

Text von Behrend Oldenburg
Grafiken und Fotos: Unmanned Systems Ltd

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