State of the Art-Luftfrachthalle für die CargoCity Süd

Innen ein automatisiertes Material Handling System für Container und Paletten, dazu unterschiedlich temperierte Flächen für Pharmaprodukte und empfindliche Ware, auf dem Dach die erste große Photovoltaik-Anlage am Frankfurter Flughafen – in der CargoCity Süd entsteht eine hochmoderne Luftfrachthalle für den Fraport-Kunden Swissport cargo Services Deutschland.
Im vergangenen November legten die Fraport AG und die Swissport Cargo Services Deutschland GmbH den Grundstein für eine neue Frachtabfertigungshalle in der CargoCity Süd. Im vierten Quartal dieses Jahres soll sie in Betrieb gehen. „Wir bauen für die Zukunft. Frankfurt ist einer der größten HUBs der Welt und für uns der wichtigste Cargo-Standort in Deutschland“, sagt Swissport-Projektleiterin Mirjam Sladkowski. Mit der Halle erhöht Swissport seine Lagerfläche in Frankfurt um über 40 Prozent von derzeit 12.000 auf 17.000 Quadratmeter und geht davon aus, dass auch die Frachthöhe entsprechend zunimmt. Nach der Fertigstellung wird das Frachtzentrum in der CargoCity Süd das viertgrößte von insgesamt 115 Hallen des weltweit größten Ground Handling-Anbieters sein. Es verfügt über eine Kapazität von über 200.000 Tonnen pro Jahr.

Fraport nutzt den Hallenbau, um ihren CO2-Fußabdruck am Konzern-Standort Frankfurt zu verringern. Auf dem Hallendach entsteht die größte Photovoltaik-Anlage des gesamten Flughafens. Rund 1,5 Million Kilowattstunden Strom kann die Anlage produzieren, rechnerisch genug, um damit 450 Haushalte mit vier Personen ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Diese eigenverantwortlich erzeugte, erneuerbare Energie fließt direkt in das Stromnetz von Fraport.

Die Planung der modernsten Halle auf dem Frankfurter Flughafen übernahmen die erfahrenen M&P Architekten aus Hünstetten-Kesselbach, die bereits an anderen Standorten in Europa Luftfrachthallen konzipierten. „Diese Erfahrungen und die Verknüpfung von modularem Industriebau mit unserer Expertise im Bereich Hochbauprojektentwicklung insbesondere im Bereich Logistik sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren im Projekt“, erklärt Jan Sieben, Leiter Immobilienentwicklung der Fraport AG.

„Die neue Luftfrachthalle für Swissport ist für den Standort Frankfurt ein neues und innovatives Produkt – ausgestattet mit einer hochmodernen Förderanlage und großzügigen Kühlbereichen mit unterschiedlichen Temperaturzonen.“

Jan Sieben Leiter Immobilienentwicklung der Fraport AG.

Mit dem Umzug beginnt für Swissport in Frankfurt ein neues technisches Zeitalter. Das Unternehmen Lödige Industries im nordrhein-westfälischen Warburg richtete ein automatisches Material Handling System nach den Anforderungen der internen Abläufe bei Swissport aus. Herzstücke der Anlage sind zwei Electronic Transport Vehicles (ETVs), also Hubtransporter, der die Flugzeug-Container, Unit Load Devices (ULD), vom Anlieferungstor automatisiert in die richtige Positionen im Regallager transportiert. Im Swissport-Lager ist auf zwei Ebenen Platz für 115 Main Deck ULDs und es besteht die Option, für drei Ebenen aufzurüsten. Fünf der insgesamt 31 Lkw- beziehungsweise Transporter-Tore verfügen über spezielle Truck-Docks für das ULD-Handling. Eines davon befindet sich direkt beim sogenannten Pharma-Center. Für Pharmaprodukte, aber auch temperaturempfindliche Sendungen wie Lebensmittel oder Blumen erhöht Swissport seine temperierte Hallenkapazität auf 1.300 Quadratmeter mit 15 bis 25°C, beziehungsweise 280 Quadratmeter mit 2 bis 8°C. Sobald Swissport den Betrieb aufnimmt, soll auch in dieser Halle ihr Handling-Know how für Pharmaprodukte vom Center of Excellence for Independent Validators (CEIV) des Dachverbandes der Fluggesellschaften IATA zertifiziert sein. Dann ist auch die neue Frachtabfertigungshalle am Frankfurter Flughafen neben Nairobi, Helsinki, Basel und fünf weiteren Swissport-Frachtabfertigungshallen mit diesem Standard zertifiziert.

Fraport verfügt in der CargoCity Süd über weitere Erweiterungsflächen. Künftig sollen auch dort Luftfrachthallen entstehen.

„Wir bauen für die Zukunft. Frankfurt ist einer der größten HUBs der Welt und für uns der wichtigste Cargo-Standort in Deutschland.“

Swissport-Projektleiterin Mirjam Sladkowski

Text: Marion Frahm
Fotos: Fraport AG, Ralf Graner Photodesign
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