Mission 2050: Zero Emissions

„Verhandeln und Handeln“ lautet das Motto der Weltklimakonferenz in Bonn, bei der vom 6. bis 17. November 2017 bis zu 25.000 Teilnehmer aus aller Welt erwartet werden. Es ist die größte zwischenstaatliche Tagung, die es bislang in Deutschland gegeben hat.

Bonn, das ist auch der Hauptsitz des weltweit führenden Post- und Logistikkonzerns Deutsche Post DHL Group – einem Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit im Bereich Transport und Logistik. Mit seiner „Mission 2050: Zero Emissions“ will das Unternehmen zeigen, wie die Logistikwirtschaft zum Klimaschutz beitragen kann. Mit der neuen Strategie sollen alle transportbezogenen Emissionen bis 2050 auf null reduziert werden. „Die Vereinten Nationen haben sich das mutige Ziel gesetzt, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Wert zu begrenzen. Das ist ein sehr ehrgeiziges Vorhaben – manche bezeichnen es sogar als unerreichbar. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir es nicht versuchen sollten“, erklärt Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender Deutsche Post DHL Group.

„Deutsche Post DHL Group stellt sich voller Überzeugung hinter das Ziel der Vereinten Nationen, und mit unserer neuen Mission wollen unseren Beitrag dazu leisten, es zu erreichen. Wir müssen schon jetzt Wegbereiter der Nachhaltigkeit sein.“
Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender Deutsche Post DHL Group

20.000 neue StreetScooter pro Jahr

Mag der Plan auch ambitioniert sein, die „Mission 2050“ soll eine Erfolgsgeschichte werden. Dass das Unternehmen Maßstäbe setzen kann, wenn es um Lösungen für eine umweltschonende Logistik geht, hat es bereits mit dem StreetScooter bewiesen. Nachdem kein Automobilhersteller ein für den Zustellbetrieb geeignetes Elektrofahrzeug liefern konnte, kaufte die Deutsche Post im Dezember 2014 das damals als Street Scooter GmbH firmierende Start-up der Aachener Universität RWTH und produzierte die Lieferwagen kurzerhand in Eigenregie. Heute hat die Post bereits rund 3500 der elektrisch betriebenen Fahrzeuge im Einsatz und will die Flotte deutlich ausbauen. In den beiden Werken in Aachen und Düren sollen künftig zusammen bis zu 20.000 StreetScooter pro Jahr vom Band laufen. Damit will der Konzern der E-Mobilität als neuer Norm in der Logistikindustrie zum Durchbruch verhelfen.
Emissionsfrei unterwegs: GLS Bank-Vorstand Dirk Kannacher mit einem der 500 neuen StreetScooter, die jetzt beispielsweise von Handwerksbetrieben und Kommunen geleast werden können. „Wir benötigen zukunftsweisende Mobilitätskonzepte rund um das Sharing und saubere Antriebe zum Schutz unserer Umwelt. Die Zeit dafür ist jetzt.“
In diesem Zusammenhang will die Deutsche Post DHL Group auch anderen Unternehmen CO2-freie Fahrten und Transporte ermöglichen. Dazu entwickelte das Unternehmen gemeinsam mit der GLS Bank und der COMCO Leasinggruppe ein Leasingkonzept, das erst jüngst im Oktober 2017 vorgestellt wurde. „Gemeinsam helfen wir Kunden aus den verschiedensten Branchen, auf Elektromobilität umzusteigen. So sind wir gemeinsam nachhaltig erfolgreich und können zusätzlich die umweltschonende Logistik voranbringen“, sagt Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Post – eCommerce – Parcel der Deutsche Post DHL Group und verantwortlich für die Post-Tochter StreetScooter.
Für die CO2-freie Zustellung auf der letzten Meile setzt die Deutsche Post DHL Group neuerdings auch auf sogenannte DHL Cubicycles. Das Pilotprojekt, bei dem Lastenfahrräder mit elektrischer Pedalunterstützung zum Einsatz kommen, startete am 1. März 2017 in Frankfurt am Main und im niederländischen Utrecht. Die Transportboxen haben ein Volumen von einem Kubikmeter und tragen ein Gewicht von bis zu 125 Kilogramm. So können mehr Express-Sendungen als auf herkömmlichen Lastenrädern befördert und schneller als mit großen Fahrzeugen zugestellt werden.
Transportlösung für die letzte Meile: Fahrradkuriere mit DHL Cubicycles nutzen innerstädtische Mikrodepots. Jeder einzelne dieser „City-Hubs“ macht nach Angaben der Post den Einsatz von bis zu zwei Lieferwagen überflüssig.

Vier Teilziele für eine grünere Logistik

Auf dem Weg zu einer komplett emissionsfreien Logistik hat sich die Deutsche Post DHL Group vier Teilziele gesetzt, die sie bis 2025 umsetzen möchte. Erstens soll die CO2-Effizienz verglichen mit dem Jahr 2007 um 50 Prozent verbessert werden, zweitens sollen konzerneigene Zustellungs- und Abholungsprozesse zu 70 Prozent mit umweltfreundlichen Konzepten wie Fahrradzustellung oder Elektromobilität erfolgen. Der Anteil des Umsatzes, der grüne Lösungen beinhaltet, soll drittens mehr als 50 Prozent betragen. Und viertens sollen 80 Prozent der derzeit insgesamt 510.000 Mitarbeiter mit spezifischen Trainingsmaßnahmen zu „GoGreen“-Experten zertifiziert werden.
Text von Benjamin Klare
Fotos: DPDHL, Stephan Münnich
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