„HAUS61“ soll Innovationen für die Luftfracht fördern

Mit ihrem Frankfurter Logistik-Start-up-Lab wollen die CargoSteps-Gründer Rachid Touzani, CEO, Murat Karakaya, COO, und Tom Anyz, CCO, Jungunternehmern und ihren Geschäftsideen auf die Beine helfen. Dafür haben sie namhafte Unterstützung gewonnen.

Seit gut drei Jahren ist CargoSteps auf dem Markt. Die Frankfurter Geschäftsleute Rachid Touzani, CEO, und Murat Karakaya, COO, begannen im Februar 2016 zusammen mit dem IT-Spezialisten Tom Anyz, CCO, für mehr Transparenz im Transportwesen zu sorgen. Ihre universelle Track-and-Trace-Lösung für Kurier- und Expressfracht ermöglicht eine firmenübergreifende Sendungsverfolgung per GPS. CargoSteps integriert alle Speditionen, deren Transport-Management-Software-Systeme (TMS), Subunternehmer und Kurierfahrer, sodass ein lückenloser Status jederzeit abrufbar ist. Heute wird CargoSteps vom Land Hessen und dem House of Logistics & Mobility als Start-up gefördert. 2017 hat das Unternehmen den Frankfurter Gründerpreis gewonnen. Zwischenzeitlich zählen etablierte Spediteure, Kurier- und Transportunternehmen zu den CargoSteps-Kunden.

Vom Start-up zum Inkubator

Doch der Weg zum Erfolg war steinig. „Der Wirtschaftsbereich Logistik ist kleinteilig und größtenteils konservativ geprägt“, sagt Murat Karakaya. „Anfangs fehlte uns trotz Logistikhintergrund jeglicher Zugang, um unsere Geschäftsidee im Markt bekannt zu machen.“ Dass Gründer vor großen Herausforderungen stehen, um ihr Start-up anzuschieben, ist kein Geheimnis. Diesem Missstand nehmen sich die CargoSteps-Chefs nun mit dem „HAUS61“ an. Ab April 2019 sollen unter dem Dach dieses Start-up-Labs bis zu sechs Logistik-Gründer Innovationen für die Luftfracht entwickeln. Mittlerweile haben Touzani, Karakaya und Anyz ein breitgefächertes Netzwerk in der Air Cargo Community aufgebaut und für ihr Vorhaben namhafte Unterstützung gewonnen. Zu den Partnern zählen zum Beispiel Sovereign, Logistics4Pharma, Quick Cargo Service, das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik, KRAVAG und Conbrio. Auch die Fraport AG ist neuerdings Partner vom „HAUS61“. Ziel des Labs ist es, Logistik Start-ups mit etablierten Firmen in der Logistik-Branche zu vernetzen und Ideen zu fördern. Der Name ist abgeleitet von der Adresse des Labs mitten in „Mainhattan“ in der Frankfurter Kaiserstraße 61. Die als Rotlichtviertel bekannte Gegend nahe des Hauptbahnhofs beherbergt zahlreiche Hotels, Bars und coole Clubs, die bis spät in die Nacht geöffnet sind.

„Um einer Idee zum Durchbruch zu verhelfen, braucht es ein großartiges Team, absolutes Commitment, Durchhaltevermögen und ein gutes Netzwerk“, weiß Karakaya aus Erfahrung. „Wir wollen den vielversprechendsten Ideen im ,HAUS61‘ die besten Voraussetzungen bieten.“ Das Konzept von „HAUS61“ setzt darauf, junge Start-ups und Logistik-Experten zusammenzubringen. In Workshops sollen praxisnahe Inhalte vermittelt und regelmäßige Pitches abgehalten werden. So soll es viel Raum für Feedback und Austausch geben. „Wir möchten die Gründer dabei unterstützen, von Anfang an Glaubwürdigkeit aufzubauen und als Unternehmer ernst genommen zu werden“, bekräftigt Karakaya. „Gleichzeitig wollen wir das großartige Luftfracht-Netzwerk erweitern und ihm durch die Förderung erfolgversprechender Geschäftsideen noch mehr Innovationskraft verleihen.“ Dabei gehe nicht vornehmlich ums Geldverdienen, so der Unternehmer. „Keiner der Gründer muss Anteile abgeben – allein die gute Idee zählt.“

Bewerbungsphase läuft derzeit

Wer sich mit seiner Geschäftsidee um einen Platz im Start-up-Lab bewerben will, kann sein Vorhaben auf der Website www.haus61.com einreichen. Bei der Auswahl sollen die potenziellen Start-up-Ideen mit den Partnern gematcht werden. Auf diese Weise können Start-ups und Branchengrößen gemeinsam den Standort Rhein-Main für Fracht und Logistik weiterentwickeln.

Max Philipp Conrady, Bereichsleiter Frachtentwicklung und -management der Fraport AG, freut sich über die Zusammenarbeit: „Als Partner können wir eigene Projektideen einbringen und gemeinsam mit den Start-ups realisieren. Das ermöglicht uns einen frühen Einblick in Innovationen. Davon profitieren wir als Europas größter Frachtflughafen“, sagt Conrady.

Rachid Touzani, CEO Cargosteps, und Max Philipp Conrady, Bereichsleiter Frachtentwicklung und -management der Fraport AG, freuen sich über die Zusammenarbeit.

Text: Sven Mentel
Fotos: CargoSteps, Fraport