Evertracker optimiert Supply Chains mithilfe künstlicher Intelligenz

Das Hamburger Software-Start-up Evertracker hat eine künstliche Intelligenz für den Logistikmarkt entwickelt, die es mit einer Internet-der-Dinge-Plattform kombiniert. Die Software bildet Logistikprozesse in Echtzeit ab und soll sie vorausschauend steuerbar machen, damit einzelne Prozessschritte automatisiert werden können. Ziel ist kein geringeres, als heute schon zu wissen, was morgen in Logistikketten passiert.

Evertracker verfolgt keine Objekte, sondern lässt sie kommunizieren. Dies geschieht über GPS-Sensoren, die beispielsweise Großbriefen, Paketen und Fahrzeugen beigelegt oder an Containern und Rollwagen angebracht werden. So „sprechen“ etwa eingekaufte Rohstoffe mit ihren Fertigungsstraßen und organisieren ihren Transport selbst. Darüber hinaus kann Evertracker auch Daten aus bestehenden Sensoren seiner Kunden verarbeiten, um Prozessketten abzubilden. Auf Basis der gesammelten Echtzeitdaten helfen intelligente und selbstlernende Algorithmen Logistik- und Supply-Chain-Managern dabei, bessere und schnellere Entscheidungen zu treffen, Prozesse zu automatisieren sowie Schwachstellen und Schwierigkeiten zu erkennen, bevor sie entstehen. Unzuverlässige Scans durch Mitarbeiter, ungenaue Zeitstempel durch RFID und eine unzureichende Verfolgung von Lieferfahrzeugen sollen damit der Vergangenheit angehören.

Vielfältige Anwendungsbereiche in der Logistik

Die innovative Technik von Evertracker bildet die Grundlage für eine Vielzahl logistischer Anwendungen, die bereits von namhaften europäischen Unternehmen genutzt werden – unter anderem von Volkswagen und seiner Digitaltochter RIO sowie von Postdienstleistern wie Mail Alliance und PIN Mail. Auch time:matters Spare Parts Logistics, ein zur Lufthansa Cargo-Gruppe gehörender Anbieter zeitkritischer Ersatzteillogistik, setzt auf die Software des Logistik-Start-ups.

„Mit unserem Produkt schaffen wir automatisch lückenlose Transparenz über die gesamte Logistikkette, ohne dass die am Transport beteiligten Unternehmen per Telefon, Funk oder auf sonstigen Wegen Kontakt halten“, erklärt Marc Schmitt, Mitgründer und CEO von Evertracker. „Wir haben intelligente Algorithmen entwickelt, um Touren in Echtzeit und vorrausschauend zu analysieren, über Warensendungen aktiv zu informieren und Sendungen und bewegliche Gegenstände jeder Art zu managen.“

Deutscher Exzellenz-Preis für Evertracker

Unternehmerische Erfolge verbuchen kann das junge Hamburger Software-Start-up auch für sich selbst: Im Februar 2018 ist Evertracker mit dem Deutschen Exzellenz-Preis in der Kategorie „Digitalisierung – Neue Technologien“ ausgezeichnet und damit für herausragende Leistungen in der deutschen Wirtschaft gewürdigt worden. Zudem ist das Start-up als einziges deutsches Unternehmen in das Supply-Chain- und Logistik-Programm von Plug and Play im Silicon Valley aufgenommen worden. Partner des sogenannten Accelerators, der Start-ups im frühen Stadium der Wachstumsphase unterstützt, sind unter anderem Konzerne wie Deutsche Post DHL, Lufthansa Cargo und BASF, die langfristig mit den Newcomern zusammenarbeiten wollen.

„Für Evertracker ist die Teilnahme am Plug and Play-Accelerator ein entscheidender Schritt. Eine besondere Bestätigung dabei ist, dass relevante Marktgrößen an unsere Technologie glauben und einen entscheidenden Mehrwert für ihre Prozesse sehen.“

Marc Schmitt, CEO und Mitgründer von Evertracker

„Wir haben uns für Evertracker entschieden, weil wir und insbesondere unsere Partner die Auswirkungen auf die Branche sehen und eine echte Marktrelevanz erkennen“, sagt Farzin Shadpour, Vice President und Managing Director von Plug and Play. Das besondere Potenzial der Evertracker-Lösung bestehe darin, dass Industriekunden damit die volle Kontrolle über ihre Supply Chain und ihre Logistikprozesse erhalten können, was unter anderem zu mehr Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit, Kostenreduzierung und zur Freisetzung von Betriebskapital führe.

Text von Benjamin Klare
Fotos: Fotolia/Jakub Jirsák, Evertracker

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