Drohnenkorridor für humanitäre Hilfe in Afrika eröffnet

Malawi hat den ersten permanenten Drohnenkorridor für humanitäre Hilfe in Afrika eingerichtet. Der Korridor um das Flugfeld von Kasungu im Zentrum des südostafrikanischen Landes hat einen Radius von 40 Kilometern, die Drohnen dürfen maximal 400 Meter über der Erde fliegen.

Wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef mitteilt, soll der Drohnenkorridor unter anderem Universitäten und NGO’s ermöglichen, Drohnen als humanitäre Hilfsmittel zu testen – beispielsweise, um Medikamente effizienter in abgelegene Regionen zu bringen oder Impfstoffe und Blutproben zu transportieren. Darüber hinaus könnten die Drohnen etwa bei Naturkatastrophen genutzt werden, um Helfern Internetzugang oder Handyempfang zu ermöglichen sowie ihnen einen schnellen und kostengünstigen Schadensüberblick zu geben.

Drohnen zum Transport von Medikamenten einzusetzen, „könnte das Leben in abgeschiedenen ländlichen Gemeinden verändern“, sagt Malawis Verkehrsminister Jappie Mhango. Die Straßen des Landes würden selbst in der Trockenzeit nur begrenzten Zugang zu ländlichen Gebieten ermöglichen, in der Regenzeit würden Überschwemmungen viele Gemeinden vollständig isolieren. „Dieser humanitäre Drohnenkorridor kann unsere Effizienz und Fähigkeit, den bedürftigsten Kindern der Welt zu helfen, deutlich verbessern“, betont Christopher Fabian, Unicefs weltweiter Innovationschef. 2016 hatte das UN-Kinderhilfswerk den Einsatz von Drohnen in Malawi bereits zur Beförderung von Proben zur HIV-Diagnose bei Kindern erfolgreich getestet. Der Drohnenkorridor in Malawi soll Unicef zufolge mindestens ein Jahr bestehen. Eine Nutzung hätten bereits zwölf Organisationen und Unternehmen beantragt.
Text von Jürgen Bätz
Fotos: UNICEF/Chisiza
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