Die Bedeutung von Nachhaltigkeit

in der Logistik wächst

Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement wird auch im Bereich Transport und Logistik immer wichtiger. Dafür gibt es gute Gründe: Größeres Umweltbewusstsein in der breiten Bevölkerung, Kostendruck beim Einsatz von Ressourcen und gesetzliche Vorgaben.

So sind zum Beispiel seit März 2017 große kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in Deutschland verpflichtet, sich an die CSR-Richtlinie (Corporate Social Responsibility) der Europäischen Union zu halten. Sie müssen künftig Auskunft geben über wesentliche Aspekte aus den Bereichen Umwelt, Soziales, Menschrechte, Arbeitnehmerbelange und Korruptionsbekämpfung. Bereits Ende 2016 hat die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan (NAP) zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Damit hält die Regierung deutsche Unternehmen dazu an, weltweit Menschenrechte entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette besser zu wahren.

Nachhaltigkeitsinitiative „Lean and Green“

Für Björn Anderseck, Manager bei Mars Germany, ist „Lean and Green“ die optimale Plattform für eine nachhaltige Supply Chain.

Angesichts der ständig wachsenden Güterströme und einen durch den boomenden E-Commerce befeuerten grenzüberschreitenden Handel eine Herausforderung insbesondere für Logistiker und Logistikdienstleister. Der Druck entlang der Lieferkette steigt: Partner-Unternehmen verlangen vermehrt genaue Auskunft über CO2-Emissionen des Transports. So arbeitet etwa der Süßwarenhersteller Mars nur noch mit Logistikdienstleistern zusammen, die an der internationalen Initiative „Lean and Green“ teilnehmen. Darin werden Unternehmen für ihr Engagement für eine CO2-reduzierte Logistik ausgezeichnet, teilt die Standardisierungsorganisation GS1 Germany mit. Als erstes Unternehmen habe Mars die Teilnahme an der Initiative als Bewertungskriterium in seine Transport- und Lagerausschreibungen aufgenommen. „Mars verfolgt das Ziel ‚Sustainable in a generation‘. Die Supply Chain kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten“, sagt Björn Anderseck, Availability & Distribution Manager bei Mars Germany.

Doch vielen Handelsunternehmen und Logistikdienstleistern fällt es noch schwer, beispielsweise die eigene CO2-Bilanz zu berechnen, Lieferketten zu optimieren oder die nötigen Daten für das Nachhaltigkeitsreporting zu beschaffen. Branchenspezifische Unterstützung bieten SAP-Dienstleister wie abat, die Prozess- und IT-Expertise mit Nachhaltigkeits-Know-how verbinden. Im Logistiksektor berät das Unternehmen unter anderem Bosch, Daimler, DHL, Thyssen-Krupp und VS Heibo Logistics.

Text von Lisa Reggentin und Benjamin Klare
Fotos: Shutterstock, Mars

Share This