DHL eCommerce: Im Onlinehandel geht die Post vor allem in Asien ab

„Die weltweite Story des E-Commerce ist ein logistisches Phänomen unserer Zeit – und eine riesige Chance“, sagt Charles Brewer, CEO für die außereuropäischen Märkte bei DHL eCommerce. Diese Chance hat sein Unternehmen längst ergriffen. Das Motto lautet: „You sell. We deliver.“ Das Marktvolumen ist gigantisch, nach Angaben von DHL eCommerce werden schon im Jahr 2020 eine Milliarde Menschen Waren auch grenzüberschreitend im Internet bestellen.

Vom Wachstum der Onlinehändler wollen auch die Logistiker profitieren. DHL eCommerce, ein weltweit in 220 Ländern und Regionen aktives Tochterunternehmen der Deutsche Post DHL Group mit über 20.000 Mitarbeitern, baut vor allem in Schlüsselmärkten sein Netzwerk rasant aus, um Besteller und Händler gleichermaßen an sich zu binden. Beispiel Malaysia: „Unser Land liegt beim E-Commerce im B2C-Sektor in Südostasien ganz weit vorn“, sagt Gerard Sta Maria, Acting Managing Director bei DHL eCommerce Malaysia. „Um unseren Kunden noch mehr Möglichkeiten bei der Abholung und Aufgabe ihrer Bestellungen zu bieten, haben wir unser Netzwerk im November 2017 auf 350 ServicePoints ausgebaut.“

ServicePoints als Reaktion auf verändertes Empfängerverhalten

„Von diesen ServicePoints profitieren Verkäufer und Käufer gleichermaßen“, erklärt Cheryl Han, Senior Director Marketing and Communications bei DHL eCommerce: „Die ServicePoints haben wir vor allem in kleinen Läden und Kiosken eingerichtet, die sehr lange Öffnungszeiten haben. Hier können die Verkäufer ihre Versandpakete für den Weitertransport abgeben und Käufer ihre bestellten Waren abholen.“ Die ServicePoints seien eine Reaktion auf das sich weltweit wandelnde Empfängerverhalten, so Han weiter: „2016 haben noch 92 Prozent der Besteller ihre Waren zu sich nach Hause geordert. Dieser Anteil ist 2017 jedoch auf 82 Prozent zurückgegangen. Schon 39 Prozent wären bereit, ihre Waren auch an festen Stationen oder in Läden abzuholen bzw. nutzen diese Möglichkeit bereits.“ Während sich in Europa Packstationen zur Abholung sehr bewährt hätten, habe man sich in Märkten wie in Malaysia, Thailand oder Vietnam für die „kommunikative“ Variante der in Geschäfte integrierten ServicePoints entschieden: „Unsere Kunden hier lieben es einfach, bei der Paketabholung oder -abgabe mit Menschen zu sprechen“, berichtet Cheryl Han.

Der asiatisch-pazifische Raum ist die am schnellsten wachsende E-Commerce-Region weltweit. Auch in Malaysia entwickelt sich der Onlinehandel sehr dynamisch: Bis zum Jahr 2020 soll das Marktvolumen um jährlich 15,8 Prozent auf 1 Milliarde Euro steigen.

Entsprechend setzt DHL eCommerce seine Strategie auch in Vietnam um: Im Sommer 2017 gab es hier bereits 100 ServicePoints. Innerhalb kürzester Zeit soll diese Zahl auf über 1000 steigen. Für Abholer und Empfänger gleichermaßen gilt an den Stationen, dass alle Transaktionen papierlos in weniger als einer Minute, auch über eine App, abgewickelt werden können.

Schon heute haben die größten digitalen Marktplätze Vietnams mit hunderttausenden angebundenen Onlinehändlern bis zu 40 Millionen Visits am Tag. An sie will DHL eCommerce mit Hilfe von Partnerschaften andocken und die dazugehörigen logistischen Dienstleistungen übernehmen. Dazu hat das Unternehmen angekündigt, seine Flotte von Lieferwagen, Lastenfahrrädern und elektrischen Kurier-Motorrädern massiv aufzustocken.

Auch in Malaysia legt das Logistikunternehmen einen besonderen Fokus auf die rund 900.000 Kleinst-, Klein- und mittelständischen Unternehmen, die rund 97 Prozent des nationalen Handels ausmachen. Ihnen will DHL eCommerce effiziente Lösungen nicht nur für die Versandprozesse anbieten, sondern gleichzeitig den Zugang zu digitalen Marktplätzen erleichtern. Dazu gehört auch der Aufbau eigener Online-Plattformen.

DHL eCommerce will auch in Chile zum Game Changer werden

Charles Brewer, CEO von DHL eCommerce, bloggt zum Thema:
www.future-of-ecommerce.com

Die Liste der Länder, in denen DHL eCommerce massiv investiert, ist lang: 1000 neue ServicePoints in Thailand, ein neues Distribution Center im indischen Delhi im Rahmen einer 250-Millionen-Euro-Investitionsstrategie bis zum Jahr 2020, ein weiteres neues Distribution Center im japanischen Narita oder die jüngsten Aktivitäten in Chile sind nur einige Beispiele für den Expansionskurs des Logistikriesen. Das langgezogene Land an der Südwestküste Südamerikas ist für Charles Brewer besonders interessant: „Für Chile sind die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten glänzend. Schon jetzt ist das Land beim Onlineshopping die Nummer eins auf dem südlichen Teil des Kontinents, das Volumen wird sich bis zum Jahr 2020 auf 2,3 Milliarden US-Dollar verdoppeln.“ Country Manager Hugo Donoso ergänzt: „In Chile haben 72 Prozent der Menschen Zugang zum Internet, 50 Prozent besitzen ein Smartphone. Damit ist Chile führend in Lateinamerika. Mit unseren Leistungen wollen wir hier zum Game Changer werden und mit hoch qualitativen Logistikleistungen eine Marktlücke füllen.“

Es sind jedoch nicht allein die kleinen oder mittelgroßen Unternehmen, auf die sich DHL eCommerce in den aufgezählten Zukunftsmärkten fokussiert: Internationale Onlinehändler wie Babyonline aus China, Shiseido aus Thailand oder The Healthy Chef aus Australien setzen neben der hohen Netzabdeckung des Logistikers vor allem auf Zusatzleistungen wie die Sendungsverfolgung oder Fulfillment-Möglichkeiten, die von der Bestellannahme über die Lagerhaltung bis hin zur Abrechnung reichen.

Text von Behrend Oldenburg
Fotos: DPDHL

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